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Innovationsnetzwerk Urbane Agrarökologie (INUA) Zürich

Das INUA begreift sich als proaktives Element im Netzwerk von Akteuren, welche die sozial-ökologische Transformation in Zürich vorantreiben.

Urbane Agrarökologie – ein systematischer Ansatz für Stadtentwicklung und gesellschaftliche Transformation

Unsere Gesellschaft ist in hohem Masse abhängig vom Funktionieren ihrer verschiedensten Infrastrukturen, stösst aber zunehmend an eine Vielzahl sozialer, ökologischer und technischer Grenzen, was ihre Reproduktionsfähigkeit gefährdet. Eine globale Transformation ist daher dringend nötig. Als wesentliche Grundlage menschlicher Existenz nimmt die Ernährung in diesem Transformationsprozess eine zentrale Rolle ein. Agrarökologie bietet hierfür ein Leitbild, auch für die Transformation anderer Gesellschaftsbereiche. Urbane Agrarökologie beinhaltet (1.) die gleichzeitige und integrative Förderung der nachhaltigen Produktion von hochwertigen Lebensmitteln, (2) die Schaffung von (Agro-)Biodiversität und (3.) die Stärkung sozialer Teilhabe und Gemeinschaft, von Erholung und Begegnung bis hin zu Koproduktion von städtischen Grünräumen. Die agrarökologische Perspektive auf Grün- und Landwirtschaftsflächen, leistet einen systematisch-integrativen Ansatz, der die Multifunktionalität dieser Flächen nachhaltig stärkt. Urbane Agrarökologie ist somit nicht einfach eine weitere, neue Form der Freiraumnutzung oder der (peri-)urbanen Landwirtschaft, sondern bietet eine umfassende Perspektive, die insbesondere auch die Bedürfnisse der BewohnerInnen – sei es als KonsumentInnen oder Erholungssuchende – integriert. Zugleich geht urbane Agrarökologie weit über Landwirtschaft und Ernährung hinaus, da sie als Keimzelle und Katalysator für die sozial-ökologische Transformation von Städten insgesamt wirkt: sie fördert die Biodiversität, verbessert das Stadtklima, schützt das Wasser, reduziert Transportwege, steigert soziale Integration und Gemeinschaft, trägt zur Bildung und Gesundheit bei, fördert solidarische Wirtschaftsformen, und vieles mehr. Unter dem Motto Die ganze Stadt ein Garten, leistet urbane Agrarökologie einen zentralen Beitrag und Politikansatz für zukunftsfähige Städte.

Die integrale Strategie urbaner Agrarökologie in Zürich beinhaltet drei ineinander wirkende Aktivitäten (1.) das INUA, (2.) das Technikum und (3.) den Projektlehrgang Community-GärtnerIn.

Das Innovationsnetzwerk Urbane Agrarökologie (INUA)

Das Innovationsnetzwerk Urbane Agrarökologie (INUA) für Zürich hat sich zum Ziel gesetzt, das Konzept der Agrarökologie aufzugreifen und für den urbanen Kontext fruchtbar zu machen. Es versteht sich als proaktives Element im Netzwerk von Akteuren, welche die sozial-ökologische Transformation in Zürich vorantreiben. Als zivilgesellschaftliches Netzwerk fördert das INUA die Entstehung und Verbreitung innovativer Praktiken urbaner Agrarökologie. Dies geschieht durch auf Dauer angelegte Reallabore, die Technika Urbane Agrarökologie. Zudem betreibt das INUA ein strategisches Innovationsmanagement: Es stärkt die Vernetzung zwischen Akteur*innen und die Koordinierung von Aktivitäten der agrarökologischen Transformation. Auch bringt sie sich proaktiv in die Stadtentwicklung ein, indem es urbane Agrarökologie als systematisch-kohärenten Ansatz ausarbeitet und verbreitet. Das INUA ist Teil des Ernährungsforums Zürich und ergänzt dessen Aktivitäten und Geschäftsstelle.

Das Technikum Urbane Agrarökologie

Urbane Agrarökologie braucht gute Beispiele – Leuchtturmprojekte – um darzustellen und zu vermitteln, was sie ist und was sie kann. Ein Technikum ist daher ein Ort, an dem Theorie und Praxis sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltiger Nutzungs- und Bewirtschaftungsweisen anhand von vielfältigen Prototypen geplant, initialisiert, erprobt, skaliert, demonstriert und vermittelt werden. Ein erstes Technikum Urbane Agrarökologie, mit dem daran angeschlossenen Projektlehrgang Community-GärtnerIn (siehe unten), soll bei der Solawi meh als gmües in Zürich Nord entstehen. meh als gmües ist eine gut etablierte solidarische Landwirtschaft, die den Betrieb entlang der agrarökologischen Prinzipien weiterentwickelt. Von dort aus kann das Technikum Kapazitäten aufbauen, um Leuchtturmprojekte der Urbanen Agrarökologie auf andere Quartiere und über Zürich hinaus übertragbar zu machen.

Der Projektlehrgang Community-GärtnerIn

Der 18-monatige intensive und praxisorientierte Projektlehrgang Community-GärtnerIn adressiert den akuten Mangel an Profis agrarökologischer Praxis. Zielgruppe des Projektlehrgangs sind daher in erster Linie AbsolventInnen von einschlägigen Studiengängen und Ausbildungen „grüner Berufe“, die ihre agrar- ökologischen Kompetenzen in Theorie und Praxis entwickeln wollen. Die Teilnehmenden planen und initialisieren kollaborativ die Projekte im Technikum, wobei sie eingebunden sind in den Betrieb von meh als gmües und von erfahrenen Community-GärtnerInnen angeleitet werden. Die zukünftigen Community-GärtnerInnen sind fähig, im (peri-)urbanen Raum Projekte im Einklang mit den Prinzipien der urbanen Agrarökologie zu planen, zu initialisieren und zu bewirtschaften. Zu den zukünftigen Tätigkeitsfeldern gehören sowohl noch zu entwickelnde Berufe als auch bereits bestehende Berufe, in denen die Verbreitung agrarökologischer Prinzipien zunehmen soll.

Hier geht's zum Konzept als PDF

Kontakt: inua@ernaehrungsforum-zueri.ch